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Warum Pflege keine Held*innen braucht!

Denkst du auch, dass Pflegekräfte Held*innen sind? Dann lass dir gesagt sein, dass die Pflege gar keine Held*innen braucht!

Sie kommen oft nachts. Ganz plötzlich stehen sie da. Verkleidet. Maskiert. Gerufen, um Leben zu retten. Sobald sie ihre selbstlose Tat verrichtet haben, verschwinden sie auch wieder. Ob Superman, Spiderman, Batman, Iron Man, der Hulk oder Wonder Woman, sie alle symbolisieren Superpower, Aufopferung und Stärke – und vor allem: Sie stehen in Comics! Auch der Pflegeberuf wird oft auf diesen Sockel gestellt, auf dem die Mitarbeiter*innen einen Umhang tragen und während ihrer gesamten Schicht nur das Leben ihrer Bewohner*innen retten. Aber was macht eine*n Held*in aus und passt dieses Bild überhaupt auf echte Pflegeexpert*innen? Eine Suche in klassischen und modernen Geschichten über Held*innen zeigt: nicht wirklich! 

1.) Held*innen tauchen plötzlich auf und verschwinden wieder

Das machen Pflegefachmänner und Pflegefachfrauen nicht. Ein wichtiger Baustein der alltäglichen Arbeit mit älteren Menschen ist die Bezugspflege. Dabei arbeitet oft die gleiche Pflegekraft mit einer*m Bewohner*in und schafft Kontinuität. Somit entstehen ganz wunderbare Verbindung zwischen den Pflegeenden und den Senior*innen. 

2.) Held*innen haben oft keine sozialen Beziehungen

Pflegeexpert*in kommen täglich mit den unterschiedlichsten Menschen in Kontakt und bauen schnell Beziehungen zu Kolleg*innen und Bewohner*innen auf. Wenn man sich die klassischen Superheld*innen anschaut, dann sind das oft nur Einzelgänger*innen.

3.) Held*innen machen keine Fehler und sind unnahbar

»Fehler machen ist menschlich«, besagt ein Sprichwort. Ein ganz entscheidender Punkt, was Pflegekräfte von Superheld*innen unterscheidet. Sie sind Menschen und sind nicht unfehlbar. Nicht alles richtig zu machen, gehört zum Lernprozess einfach dazu.

4.) Held*innen leben nur für ihre Aufgabe

Niemand verlangt, dass angehende bzw. examinierte Pflegekräfte sich für ihren Beruf aufopfern. Es wäre doch schade, wenn man nur von Dienst zu Dienst lebt. Hier lautet die Devise: »Lebe deinen Job mit vollem Herzen aus, sorge aber auch für eine gute Work-Life-Balance.« Damit kann man sich und andere umso glücklicher machen.

5.) Held*innen retten Leben 

Pflegeexpert*innen müssen keine Leben retten, sondern bereichern sie. Denn die Bewohner*innen eines Seniorenzentrums sind keine »Opfer«. Sie brauchen einfach mehr Unterstützung im Alltag. Und wenn es wirklich ernst werden sollte, dann sind sie auf alles vorbereitet. 

Pflegeexpert*innen sind vielseitiger als jede*r Superheld*in! 

Mal bieten sie ein offenes Ohr, mal sind sie Best-Buddy, Lieblingsköch*innen, Stimmungskanonen oder stehen einfach mit ihrem pflegerischen Wissen zur Seite. Was den Alltag in der Pflege so abwechslungsreich macht, sind die unterschiedlichen Rollen, die Pflegefachkräfte im Leben ihrer Bewohner*innen einnehmen. Immer auf Augenhöhe. Und das geht nur, wenn wir sie vom Sockel der Superheld*innen runtergehen und zeigen lassen, was sie wirklich sind: menschlich!