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36°C und es wird noch heißer – Hitze-Strategien im Seniorenzentrum

Gerade die letzten Tage haben wieder gezeigt: Die Klimakrise ist schon lange in Deutschland angekommen. Besonders davon betroffen sind ältere Menschen – auch in den Seniorenzentren. In der Ausbildung beschäftigen sich unsere Pflegeexpert*innen deswegen auch immer mehr mit dem Thema Hitze.

Ganz Deutschland zerläuft gerade in der Hitze und jeder hat seine ganz eigenen Tipps und Tricks, wie man am besten den Tag überlebt und sich richtig abkühlt. Gerade für ältere Menschen ist die Hitze mehr Belastung als Sommerfeeling – Herz-Kreislauf-Probleme und Kopfschmerzen sind nur einige der Unannehmlichkeiten, die im schlimmsten Fall sogar lebensgefährlich sein können. Da solche Hitzewellen aufgrund des Klimawandels immer häufiger auch in Deutschland auftreten werden, lernen unsere Pflegeexpert*innen in ihrem Berufsalltag ganz gezielt, wie sie die Senior*innen vor der Hitze schützen können. 

Im Seniorenzentrum von Anita wurde erstmal aufgerüstet: Ventilatoren in allen Wohnbereichen sorgen für ordentlich zirkulierende Luft. Morgens um 8 Uhr, wenn es noch nicht zu warm ist, werden zudem die Fenster aufgerissen und bei geschlossenen Rollos ordentlich gelüftet. “Dabei achten wir natürlich immer auf die Wünsche und Bedürfnisse der Bewohner*innen”, erzählt Anita. “Wenn jemand die Fenster lieber geschlossen halten möchte, bleiben die auch zu. Jede*r geht ja auch anders mit der Hitze um. Genauso wie manche jetzt lieber mit leichter Decke oder ganz ohne Decke schlafen möchten.”

Über den Tag ist es natürlich wichtig immer viel zu trinken. Ärzt*innen und Expert*innen raten bei solch heißen Temperaturen zu mindestens drei Litern Wasser. In den Seniorenzentren achtet das Pflegepersonal natürlich besonders darauf. Bei Andrea wird jeden Tag frische Limonade selbstgemacht: “Wir machen hier echt jeden Tag eine neue Sorte. Mal mit Früchten, mal mit Ingwer oder auch mit Minze”, sagt sie. “Da freut sich auch immer das ganze Kollegium drüber.” Alternativ gibt es natürlich auch noch immer die gute, alte Wassermelone und viel frisches und saftiges Obst.  

Aktivitäten sind natürlich auf ein Minimum reduziert. Oder vielmehr auf das Wichtigste: Denn jeden Freitag geht es von Andreas Seniorenzentrum zur Stammeisdiele im Dorf mit einer Großbestellung. “Eis gibt es zwar auch mal immer zwischendurch, aber gemeinsam mit den Senior*innen in die Eisdiele zu gehen, ist schon was anderes”, findet sie. Im Garten gibt es zum Glück auch viele große Bäume, die ausreichend Schatten spenden. Dann werden alle Stühle eingesammelt und strategisch in den schattigen Plätzen verteilt, sodass man doch an der frischen Luft sein kann. Dabei immer dran denken: Eincremen nicht vergessen! 

Uns und den Pflegeexpert*innen ist an dieser Stelle noch einmal wichtig darauf hinzuweisen, dass diese Hitzewellen nicht normal sind. Sie sind eines der Merkmale des Klimawandels, der auch in unseren Breitengraden immer stärker zu spüren ist. Gegen den Klimawandel kann etwas unternommen werden. Gegen den Klimawandel muss etwas unternommen werden. So gehen Akteure wie die AWO bereits eigene Wege und überdenken und überarbeiten ihre Arbeit. So etwa mit dem bundesweiten Projekt Klimafreundlich Pflegen. Solche Kampagnen ersetzen allerdings nicht den nötigen Druck auf Politik und Wirtschaft und ein gesamtgesellschaftliches Umdenken. Stay safe und engagiert euch für eine lebenswerte Zukunft.